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Berichte

Mit Hondo und Schuhmacher in der Spitzengruppe

Einen Achtungserfolgt erreichte der Gütersloher U-23-Radprofi David Dudek beim Hohenheimer Schlossrennen in Stuttgart. Auf dem schweren Parcours setzte sich der 20-Jährige in der Spitzengruppe fest und wurde im Ziel Achter.
Nachdem er am Samstag in Weinheim starke Allergieprobleme hatte und mit Atemnot zur Rennmitte aussteigen musste, ging Dudek mit gedämpften Erwartungen in Hohenheim an den Start. „Der Kurs war schwer, extrem kurvig mit steilem Gefälle, wo du mit Tempo 70 runterrast, und dann wieder harten Anstiegen.“ An dem Hügel attackierte Dudek. „Und als ich mich umschaue, sind nur noch Danilo Hondo und Stefan Schumacher an meinem Hinterrad!“ Dieser Ausreißversuch misslang. Doch als die richtige Attacke kam, konnte Dudek mit einem starken Antritt in die achtköpfige Gruppe hineinspringen. Er hielt lange mit, litt zum Schluss aber unter Wassermangel. „Wenn dann ein Hondo richtig drauftritt, denkst du, du stehst“, scherzt der Gütersloher Neoprofi beeindruckt. Auf den letzten zehn Runden des 1,5 Kilometer langen Kurses musste er sich von Hondo sogar noch überrunden lassen. Immerhin konnte Dudek sich vor dem Feld halten und den achten bis ins Ziel behaupten.
Mit seinem Team Sparkasse Bochum fuhr Dudek über Pfingsten bei der Tour de Berlin in der Mannschaftswertung aufs Treppchen. „Mit meiner Arbeit für die Mannschaft habe ich einen Beitrag zu diesem guten zweiten Platz leisten können.“ Nach einer solch positiven Bilanz sah es zum Start der Rundfahrt um die Bundeshauptstadt nicht aus. „Bei den vielen Regenrennen hatte ich mir wohl einen Infekt eingefangen, so dass ich in der Woche vor dem Rennen Fieber hatte.“ So machte die erste Etappe auf schwerem Kopfsteinpflaster („wie Paris-Roubaix für U-23!“) noch große Probleme. Auf der zweiten Etappe setzte sich David Dudek in den Top-Ten des Feldes fest. Nach einem Defekt seines Kapitäns Mark Cavendish musste dieser jedoch vom gesamten Team wieder an die Spitze gefahren werden, was auch gelang. Cavendish wurde zweiter, Dudek musste dieser Anstrengung jedoch Tribut zollen und kam nur im Hauptfeld an. Tag drei begann mit einem Einzelzeitfahren, das Dudek gemäß Teamorder mit maximal 80 Prozent Leistung ruhig anging. Die Etappe am Nachmittag wartete wieder mit üblen Kopfsteinpflasterpassagen auf. „Als wir da reinfuhren, war ich zu weit hinten. Durch den Rückstau war ich abgehängt. Dann ist mir auch noch die Kette abgesprungen – und das Feld war über alle Berge.“ Am Finaltag hatte Dudek den Auftrag, in jeder Ausreißergruppe mitzufahren. So musste er viele Attacken parieren. Erst als sich ein Einzelfahrer absetzte, kehrte Ruhe ins Feld ein. Allerdings nur bis zur Order, das Loch zum Führenden zuzufahren. Auch hier erwies sich der Gütersloher als stark. Nachdem er praktisch 170 Kilometer in der Spitze des Feldes gefahren war und Tempo gemacht hatte, war der Auftrag kurz vor dem Ziel erfüllt. „Ich glaube, innerhalb meiner Mannschaft habe ich mir damit Respekt erarbeitet. Alle haben meinen Einsatz gelobt“, sagt Dudek. Mit dieser Leistung legte er eine Basis für den späteren Etappensieg – der zweiter bei dieser Rundfahrt – seines Kapitäns Mark Cavendish, der zudem die Sprintwertung gewann und als aktivster Fahrer ausgezeichnet wurde.